Robe und Recht: Berlin

Berlin, Berlin wir fahren…Ach nein, Laura und mein kleiner Trip nach Berlin  anlässlich des Deutschen Anwaltstages ist ja nun schon etwas her. Allerdings war Laura dieses Wochenende auch wieder zu Besuch in der Hauptstadt und kam mit tollen Neuigkeiten zurück.

 

Online-Shopping ist ja eine ziemlich coole Sache. Selbst Personen, die auf Grund ihres Berufs tagsüber nicht dazu kommen über Kö‘, Mönckebergstraße oder Ku’Damm zu tingeln, haben so die Möglichkeit am Abend mit dem Laptop und im mondänen Shirt-und-Unterhose-Look die Besorgungen nachzuholen, die man während des Tages nicht zu erledigen vermochte.

Doch wer sich gerne in den Mode-Boutiquen des World Wide Web einzukleiden pflegt, kennt auch die Crux dieser Form der Textil-Akquisition: Denn das kleinere bis größere Problem beim Online-Shopping ist ja diese Sache mit dem anprobieren.

Ja klar: Jeder Anbieter, der so einigermaßen bei Trost ist, hat in dieser Hinsicht ja immer eine sehr kulante Umtausch- und Rücksendepolitik. Nach dem Motto: was nicht passt, wird zwar nicht passend gemacht, aber wir schicken dir dafür etwas anderes, das passt und Porto geht übrigens auf’s Haus!

Doch häufig ist es damit ja noch nicht getan. Der Kauf einer Hose – das wussten schon Thomas Bernhard und Claus Peymann – ist eine fundamentale Angelegenheit. Erklärungsversuche: Ich verfüge über ziemliche – zumindest glaube ich das – krasse Normalo-Maße, was Hosen anbelangt: 32 am Bund, 34 in der Länge.

Nun scheinen sich aber alle Textilhersteller auf dieser Welt gegen mich verschworen zu haben, denn irgendwie sieht mein Hintern in allen Hosen-Permutationen, die ich mit diesen Maßen schon probieren durfte stets…naja anders aus. Mal geht er im Jeans-Stoff unter so wie Ahab am Ende von Moby Dick, mal springt er einem ins Gesicht wie der Pickel auf dem Antlitz eines Teenagers. Also: Was bringen Konfektionsgrößen, wenn die Konfektionen variieren?  Oder handelt es sich dabei am Ende um so eine panta-rhei-Geschichte und ich vermag sie einfach noch nicht gänzlich zu erfassen?

Vielleicht offenbart sich bei mir in dieser Hinsicht wieder etwas der Mode-Noob. Man soll ja nicht immer von sich auf andere schließen, aber manchmal ist das eben ein guter Ansatzpunkt. Doch zum Thema zurück: Ich gehe aus diesen Gründen lieber in einen Laden, um direkt die Probe auf’s Exempel zu machen, als mir vom Amazon-Weihnachtsmann zehn Mal das falsche zusenden zu lassen. Ist ja auch irgendwie verträglicher für die Umwelt und ein bisschen menschlicher Kontakt von Zeit zu Zeit soll ja auch ganz gut für’s Gemüt sein.

Für alle Berliner, die in dieser Hinsicht genauso ticken wie ich und die außerdem vorhaben, sich in nächster Zeit eine neue Amtstracht zuzulegen, gibt es diesbezüglich gute Nachrichten: Die GARDE-ROBE gibt es auch bald in den Läden unserer Hauptstadt zu erwerben und zu bewundern!

Naja, besser gesagt: der Boutique Goldsteg am Savignyplatz. Und damit die Berliner Juristinnen und Juristen auch wissen, welche gesetzlichen Anforderungen es beim Kauf der neuen Robe zu beachten gilt, will ich darüber noch einen kleinen Überblick verschaffen.

Die Pflicht zum Tragen der Amtstracht wird in § 20 Satz 1 des Berliner Ausführungsgesetzes zum Gerichtsverfassungsgesetz (AGGVG) zementiert. Satz 2 sieht dabei – parallel zur Vorschrift des § 20 der Berufsordnung für Rechtsanwälte (BORA) – eine Ausnahme für Rechtsanwälte in allgemeinen Zivilverfahren beim Amtsgericht von dieser Vorschrift vor.

Die genaueren Anforderungen über die Amtstracht selbst sind in der Allgemeinen Verfügung über die Amtstracht der Berliner Rechtspflegeorgane der Senatsverwaltung für Justiz festgelegt. Diese trat erstmalig am 25. Februar 2009 in Kraft und wurde am 27. Januar 2014 bis zum 31. März 2019 verlängert.

Robe zu tragen haben danach natürlich die Berufs- und ehrenamtlichen Richter an den ordentlichen und den Verwaltungsgerichten. Staats- und Amtsanwälte haben sich ebenfalls stets in den geraubten Zwirn – so der ethymologische Ursprung des Wortes „Robe“ – zu werfen, genau wie zu Strafverteidigern ernannte Hochschullehrer. Soweit bleibt auch in unserer stets so progressiven Hauptstadt alles beim Alten.

Die Farbe der Robe soll – wenig überraschend – schwarz sein. Weiterhin folgen unter Ziffer II. 5. der Allgemeinen Verfügung die üblichen Ausführungen zur Besatzhierarchie: Richter und Staatsanwälte dürfen wie immer mit samtenen Besatz protzen, Amtsanwälte zwar auch, aber dafür in besonderen Abmessungen. Den lieben Urkundsbeamten bleibt der wollene Besatz und in „allen sonstigen Fällen“ ist am Revers der Robe ein seidener Besatz zu tragen. Nette Umschreibung für die freien Berufler.

Auch was das Untendrunter der Berliner Juristinnen und Juristen anbelangt, ist in der Allgemeinen Verfügung festgelegt: Nach Ziffer 6 sollen Frauen zur Amtstracht eine weiße Bluse, Männer ein weißes Hemd mit dazugehöriger weißer Krawatte oder weißer Fliege tragen.

Allerdings müssen Juristinnen in Berlin nicht zwangsläufig in weißer Bluse vor den Berliner Gerichten erscheinen: Es darf auch ein weißes Tuch getragen werden, um die andersfarbige Kleidung unter der Robe zu kaschieren. Aber warum ein weißes Tuch tragen, wenn es doch ungleich adrettere Möglichkeiten gibt?

Auf jeden Fall werden den Berliner Juristinnen und Juristen in Sachen Robenkauf keine Steine in den Weg geschmissen. Es spricht also nichts dagegen mal nach dem nächsten morgendlichen Berghain-Besuch in der Boutique Goldsteg nach einer neuen Amtstracht zu schauen.

Wer so lange nicht warten will oder nicht aus Berlin kommt, der wird jedoch auch nach wie vor online bei uns fündig.

Denn – das sei auf jeden Fall noch dazu gesagt: Roben sind keine Hosen! Da kommt selbst bei mir was in den virtuellen Warenkorb.

 

 

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Robe und Recht: Berlin

Der Deutsche Anwaltstag 2016 in Berlin

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Der Deutsche Anwaltstag 2016 ist vorbei und die GARDE-ROBE war mit dabei! Viel gab es zu hören und zu sehen auf dem  Treffen der Anwaltszunft in Berlin. Spannende und interessante Vorträge von unterschiedlichen Referenten bildeten den Kern der vom Deutschen Anwaltsverein organisierten Veranstaltung und auf der angeschlossenen Messe AdvoTec durften verschiedene Aussteller ihre neuesten Produkte präsentieren. So auch wir von der GARDE-ROBE.

 

Der Deutsche Anwaltstag, der im Berliner Hotel Estrel auf der historischen Sonnenallee stattgefunden hat, stand vor allem unter dem Stern des Strafrechts. Dementsprechend bildeten vor allem Vorträge aus dem strafrechtlichen Kontext den Schwerpunkt der Veranstaltung.

Große Themen waren dabei beispielsweise die Entkriminalisierung bzw. Legalisierung von Cannabis, zu welchem auch der Bundesrichter Thomas Fischer – den meisten wohl vor allem aufgrund seiner Zeit Online Kolumne Fischer im Recht bekannt – und der Bremer Professor Lorenz Böllinger – Initiator einer Petition zur Liberalisierung des BtMG, die von über 100 deutschen Strafrechtsprofessoren unterschrieben wurde, referierten.   Andere politisch brisante Themen im strafrechtlichen Kontext waren demgegenüber zum Beispiel Doping im Sport oder ein sehr interessanter Vortrag zum Prostituiertenschutzgesetz, der von der Arbeitsgesellschaft Anwältinnen des Deutschen Anwaltsvereins organisiert wurde.

Abgesehen von diesen etwas exotischeren Diskussionen gab es aber auch Vorträge zu den Klassikern des Strafrechts: So beschäftigten sich der Ausschuss Strafrecht mit der Reform der Tötungsdelikte – insbesondere des Mord-Paragraphen § 211 des Strafgesetzbuches (StGB) – oder der Reform der Strafprozessordnung (StPO).

Natürlich referierten auch viele zum Thema Digitalisierung im rechtlichen Umfeld, wie z.B. der Vortrag „Schutz des geistigen Eigentums mit Hilfe der Strafverfolgungsbehörden“ der Arbeitsgemeinschaft Geistiges Eigentum und Medien. Aber auch abseits rechtlicher Fragestellungen war die fortschreitende Digitalisierung Thema, wie beispielsweise in einem Vortrag, der sich mit der Internetpräsenz von Kanzleien beschäftigte.

Alles in allem war das Programm des Deutschen Anwaltstages überaus vielfältig wie sich allein aus den unterschiedlichen Fragestellungen und Ansatzpunkte rund um den strafrechtlichen Bereich zeigt. Wer mag kann sich HIER einen allgemeinen Überblick über die Liste der Referenten und einzelnen Vorträge des Anwaltstags 2016 verschaffen.

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Doch auch wenn es viele diskussionswürdige Vorträge gab, an denen man hätte teilnehmen können, so war für Laura und mich doch der Schwerpunkt des Deutschen Anwaltstages die ebenfalls im Hotel Estrel stattfindende Messe AdvoTec, auf der wir mit einem kleinen Stand mit der GARDE-ROBE vertreten waren.

Auf der AdvoTec präsentierten sich verschiedenste Anbieter, die mit ihren Produkten der Welt der Rechtsanwälte den juristischen Alltag und das Leben erleichtern wollten: Zeitschriften und juristische Kommentare für die anwaltliche Recherche, Diktier-Soft- und Hardware, Übersetzungsprogramme, noch mehr  Diktier-Soft- und Hardware, verschiedenste Büroartikel und zu guter Letzt noch etwas Diktier-Soft- und Hardware. Da waren wir mit der GARDE-ROBE mehr oder weniger die bunten Vögel des Deutschen Anwaltstages. Eben ganz die Düsseldorfer Modeschneckchen.

Unsere Präsentationsfläche stand unter dem Motto „klein aber fein“. Nur mit einem Tisch, einem Spiegel, natürlich unseren Roben und einer kleinen Polaroid bewaffnet, wollten wir in wahrer Underdog-Manier den Deutschen Anwaltstag etwas aufmischen. Weniger ist eben in den meisten Fällen mehr. Vor allem wenn man allein mit seinen schönen Stoffen protzen kann.

Reger Verkehr herrschte an unserem Stand, wofür neben unseren hochwertigen Textilprodukten vielleicht auch die gute Lage an der Lounge des Handelsblatts verantwortlich war. So hatten wir immer ein sehr schaulustiges Publikum um uns herum, wenn verschiedene modebewusstere Juristinnen und Juristen sich in ein neues Gewand geworfen haben. Dabei probierten ebenso viele stilbewusste Herren unseren Karl wie Damen unsere Greta und Charlotte an.

Außerdem fanden wir uns aufgrund unserer Lage ein wenig in einer David-gegen-Goliath-Situation, da der Marktführer in Sachen Kanzleibedarf Soldan, der ebenfalls über eine eigene Robenproduktion verfügt, mit seinem Stand einer unserer direkten Nachbarn war. Diese David-gegen-Goliath-Situation zeichnete sich auch wunderbar am „Angebot“ unserer beiden Stände ab : Während wir mit unserer Polaroid kleine Fotos zur Erinnerung machten, die wir unseren Besuchern mitgaben, konnte man sich beim Stand von Soldan vor Green-Screen mit vier verschiedenen zur Auswahl stehenden Hintergründen per hochprofessioneller Fotobox ablichten lassen. Als hätte man sich aufeinander abgestimmt…Nichtsdestotrotz ließen auch wir es uns nicht nehmen, das ein oder andere Foto mit Goliaths Equipment von uns schießen zu lassen. Die Ergebnisse sprechen für sich.

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Trotzdem war das Verhältnis zu allen anderen Ausstellern sehr freundschaftlich und nicht von Konkurrenzdenken geprägt. Da merkt man wieder, dass die Messe-Veteranen alle meist schon seit langer Zeit miteinander vertraut sind.

Eine weiterhin sehr interessante Begegnung stellte für mich das Zusammentreffen mit Dr. Martin Riemer dar. Auch der Brühler Rechtsanwalt, über den ich bereits in meinem Eintrag Robe und Recht zum Bundesland NRW berichtet habe, da er in robenrechtlicher Hinsicht für einiges an Aufsehen gesorgt hat, stattete unserem Stand einen kleinen Besuch ab. Vielleicht muss er weniger Schelte von Seiten der Richterschaft über sich ergehen lassen, wenn er statt seiner Rückwerbung auf eine neue GARDE-ROBE setzt…

Am Freitag-Abend war dann jedoch schon wieder alles vorbei. Während sich viele der anderen Besucher des Deutschen Anwaltstages noch bei der abendlichen Abschlussveranstaltung zusammenfanden, machten Laura und ich uns nach dem Abbau unseres Standes wieder auf den Weg. Denn auch wenn die Arbeit auf der Messe großen Spaß gemacht hat, geht zweitägiges Stehen doch schon ziemlich auf den Rücken…

Dennoch: Der Deutsche Anwaltstag 2016 in Berlin war ein tolles Ereignis, bei dem ich viele interessante Kolleginnen und Kollegen aus der deutschen Juristerei kennenlernen und die eine oder andere Erkenntnis machen durfte. Bestimmt gibt es nächstes Jahr ein Wiedersehen in Essen!

 

Der Deutsche Anwaltstag 2016 in Berlin